Geschichte und Grundstruktur des Vereins

Die Helmuth Plessner Gesellschaft hat sich in ihrer Satzung ein doppeltes Ziel gesetzt: Die Förderung der „Wissenschaft und Forschung vor allem im Bereich der philosophischen Anthropologie und der Pflege des geistigen Erbes von Helmuth Plessner”.
Die HPG versteht sich also (1) als Forum für das vielfältig in der jüngeren Generation erwachte Interesse am Denken, Werk und Leben des Philosophen, Zoologen, Anthropologen und Soziologen Helmuth Plessner einerseits und andererseits (2) als Forum für die Renaissance der Philosophischen Anthropologie insgesamt. Sie möchte Plessners Denken der interdisziplinären und internationalen Forschung und der Öffentlichkeit gegenwärtig halten, indem sie ideell, organisatorisch und in beschränktem Maß auch materiell die Auseinandersetzung mit Plessners Werk fördert. Darüber hinaus versteht sie sich als die erste wissenschaftliche Gesellschaft, die die philosophische Anthropologie (als Disziplin und Paradigma) pflegt und fortführt: Die Disziplin ‚philosophische Anthropologie‘, die sich auf die Frage: Wer oder was ist der Mensch? konzentriert; die Denktradition des Paradigmas der ‚Philosophischen Anthropologie‘, die für eine bestimmte Art hochdifferenzierter Verknüpfungen zwischen Bio-, Psycho-, Kultur- und Sozialanthropologie steht.

Die Helmuth Plessner Gesellschaft wurde am 14.3.1999 in Göttingen gegründet, unter Beteiligung von Wolfgang Eßbach, Joachim Fischer, Kai Haucke, Zdzislaw Krasnodebski, Hans-Peter Krüger, Hans-Ulrich Lessing, Lolle Nauta (†), Monika Plessner (†), Walter Sprondel, Konrad Thomas (†). Zum ersten Präsidenten der HPG wurde Wolfgang Eßbach gewählt, zum Vizepräsidenten Lolle Nauta (†), zum Generalsekretär Joachim Fischer. In den Wissenschaftlichen Beirat wurden Monika Plessner (†), Hans-Peter Krüger, Walter Sprondel, Bruno Accarino, Zdsislaw Krasnodebski aufgenommen.
2005 wurde in Dresden ein neues Präsidium gewählt: Hans-Peter Krüger (Präsident), Jos de Mul (Vizepräsident), Matthias Schloßberger (Generalsekretär), Carola Dietze (Schatzmeisterin). Seit 2007 war Heike Delitz Schatzmeisterin der HPG. Der Wissenschaftliche Beirat wurde nun gebildet von Bruno Accarino, Cao Weidong, Wolfgang Eßbach, Joachim Fischer, Heike Kämpf, Zdzislaw Krasnodebski, Gesa Lindemann, Lolle Nauta (†), Monika Plessner (†), Walter Sprondel. Neue Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates seit 2007/8 waren Carola Dietze, Mikhail Khorkov, Karl-Siegbert Rehberg und Katharina Günther (Tochter von Monika Plessner).

2011 wurde in Potsdam ein neues Präsidium gewählt: Joachim Fischer (Präsident), Marco Russo (Vize-Präsident), Olivia Mitscherlich (Generalsekretärin). 2012 wurde Henrike Lerch zur neuen Schatzmeisterin gewählt. Als neue Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates kamen Heike Delitz, Gregor Fitzi, Hans Peter Krüger, Matthias Schloßberger, Volker Schürmann, Matthias Wunsch dazu.

Die Helmuth Plessner Gesellschaft ist verbunden mit dem Helmuth Plessner Archiv und dem Helmuth Plessner Fonds in Groningen. Das Archiv an der Rijksuniversiteit Groningen umfasst den umfangreichen Nachlass Plessners. Der Helmuth Plessner Fonds ist nach einer ersten großzügigen Spende eine für weitere Zuwendungen offene Stiftung, aus deren Zinserträgen Forschungen zur Erschließung des Nachlasses begrenzt unterstützt werden können. Anträge werden vom Präsidenten der Gesellschaft im Zusammenhang mit dem Groninger Ausschuss des Fonds geprüft.

Die HPG kommuniziert mit ihren Mitgliedern über jährliche Rundbriefe. Außerdem kommuniziert sie mit den Mitgliedern und der Öffentlichkeit über die HPG-Website. Sie ist für alle Informationen und Anregungen offen.

Die HPG konzentriert ihre Arbeit zur Zeit inhaltlich auf vier Schwerpunkte:

1. Die HPG bemüht sich um die Edition unbekannter und die Neuherausgabe vergriffener Plessner-Texte.
2. Die HPG unterstützt Übersetzungen von Plessner-Texten in verschiedene Sprachen (Englisch, Spanisch, Französisch, Russisch, Spanisch, Italienisch, Chinesisch etc.), um seine Thesen und Argumente international zu verbreiten (Übersetzung von „Stufen des Organischen und der Mensch“)
3. Die HPG sorgt für die Erinnerungsstabilisierung von Plessner in der deutschen, europäischen und internationalen Öffentlichkeit – zum Beispiel in Kooperation mit seiner Geburts- und Heimatstadt Wiesbaden (Stiftung des „Wiesbadener Helmuth Plessner Preises“)
4. Die HPG organisiert und stimuliert akademische Veranstaltungen zu Plessner und der Philosophischen Anthropologie in drei Formaten: Internationale Helmuth Plessner Kongresse; Konferenzen zu speziellen Themen; Workshops (die von HPG-Mitgliedern zu bestimmten Themen in Eigenregie mit Unterstützung der HPG veranstaltet werden).

Die Helmuth Plessner Gesellschaft ist unabhängig und als gemeinnütziger Verein verfasst. Sie ist für neue Mitglieder offen.
Der Jahresbeitrag beträgt EUR 52,-, der reduzierte EUR 25,-. Das Präsidium entscheidet über Anträge auf Ermäßigung.

Kommentare sind geschlossen.